Geschichten vom Leben mit der Donau: Begegnen Sie dem Donausaurier, passieren Sie mit der Ulmer Schachtel Stromschnellen und besuchen Sie berühmte Kaffeehäuser in Wien und Budapest. Wir holen die Donau ins Museum!

Sie ist der zweitlängste Fluss Europas und der Einzige, der von Westen nach Osten fließt: Die Donau verbindet Menschen über vielerlei Grenzen hinweg – und trotzdem kennen die meisten nur den kleinen Ausschnitt vor der eigenen Haustür.

Die Ausstellung nimmt Sie mit auf eine Entdeckungsreise entlang des langen, unbekannten Stroms. Aus 22 Flussgeschichten entsteht ein Panorama aus Vergangenheit und Gegenwart, Natur und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Gegenstände, Bilder, Filme und Klänge erzählen auf 550 m² in deutscher und englischer Sprache von besonderen Menschen und Tieren, vom Unterwegs sein auf dem Wasser und von der kulturellen Vielfalt entlang dieses einzigartigen Flusses.

Vom Leben unter Wasser

Der Donausaurier


Kaum zu glauben: ein Donaufisch, der acht Meter lang wurde! Der Hausen (huso huso) war eine von sechs Stör-Arten, die früher im Unterlauf der Donau lebten. Jährlich wanderten die Fische zum Laichen flussaufwärts. Heute sind alle Störarten streng geschützt – und trotzdem fast ausgestorben. Sie werden gefischt, ihre Eier als Kaviar teuer gehandelt. Und das Wasserkraftwerk am Eisernen Tor verhindert seit den 1970er Jahren ihre Wanderung.

Quer durch Europa

Vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer fließt die Donau fast 3.000 Kilometer durch zehn Länder: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und die Ukraine – so viele wie kein anderer Fluss auf der Erde. In ihrem Einzugsbereich leben heute rund 100 Millionen Menschen.

„Seht mich an, sagt die Donau. Groß bin ich, schön und weise.Niemanden in Europa gibt es, der mir das Wasser reichen könnte.“

György Konrád, Donau-Anhörung, Ulm 1998

Kulturelle Vielfalt

Versunkene Inseln, wilde Kerle


Ein türkischer Basar mitten im Fluss, der Faschingsumzug der lärmenden Buschos im südungarischen Pécs, die traditionsreiche Fischerei im serbischen Städtchen Apatin – an den Ufern der Donau findet sich kulturelle Vielfalt wie sonst kaum in Europa. Die Ausstellung spürt dieser einzigartigen Vermischung und ihren Hintergründen nach.

Zum Mitmachen

Schachtelfahrt, Wassertierchen, Verkehrsfluss


Wer schafft es, die Ulmer Schachtel heil um Brückenpfeiler und Wasserstrudel herum ans Ziel zu lenken? Wer erkennt an den Kleinstlebewesen im Wasser, wie sauber der Fluss ist? Wer versteht die Schifffahrtszeichen und fügt das Wasserstraßennetz zusammen? Mitmachstationen laden Kinder und Erwachsene zum Ausprobieren ein.

Grenze Donau

Flucht über den Fluss


22. Mai 1979. Im Schutz der Nacht trägt der Banater Schwabe Gernot Eamandi in diesem Rucksack ein Schlauchboot ans Ufer. Ihm gelingt die lebensgefährliche Flucht aus dem kommunistischen Rumänien über Jugoslawien in den Westen. Die Ausstellung erinnert an viele, oft tragisch endende Fluchtversuche auf der Donau. 1939 versuchen verfolgte Juden aus Wien flussabwärts zu entkommen. 1944 fliehen Donauschwaben flussaufwärts vor der Front.

21 Zwischenstopps

Donaukilometer


Zwischen der Mündung (km Null) und der Quelle (km 2857) hat die Donau viel Platz für besondere Orte. Auch wer den Fluss gut zu kennen glaubt, wird Überraschendes entdecken: vielleicht den Friedhof der Namenlosen (km 1918), eine Ulmer Schachtel als Klassenzimmer (km 1480), eines der größten Sumpfgebiete Europas (km 1380) oder die längste Donaubrücke (km 796).

Donaugeister, Schiffmühlen und wilde Buschos

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Henrike Hampe nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Ausstellung "Donau. Flussgeschichten."

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