Das Donauschwäbische Zentralmuseum ist bundesweit das einzige Museum, das die Geschichte der Donauschwaben umfassend und auf wissenschaftlicher Grundlage darstellt. Das DZM bringt sich aktiv in die deutsche und die südosteuropäische Museumslandschaft ein und führt Projekte mit Partnermuseen durch. Die Sammlung, die kontinuierlich erweitert wird, dient als materieller „Geschichtsspeicher“ der donauschwäbischen Kultur und Geschichte.

300 Jahre Donauschwaben


Die Geschichte der Donauschwaben ist ein Beispiel für europäische Migration und für gelebte Vielfalt. Sie ist von bleibender Aktualität.

Als Donauschwaben wird eine deutsche Minderheit im südöstlichen Europa bezeichnet. Ihre Vorfahren wanderten im 18. und 19. Jahrhundert nach Ungarn aus, angeworben von den dortigen Grundherren und dem Wiener Hof. Das Museum zeigt auf 950 Quadratmetern ihr Leben in der Vielvölkerregion an der Donau. Sie veranschaulicht aber auch die Folgen von Nationalismus und Zwangsmigrationen im 20. Jahrhundert. Auf diese Weise will das DZM einen Beitrag zur Verständigung in Europa leisten.

Donau. Flussgeschichten


Eine zweite Ausstellung zeigt nach der umfassenden Modernisierung des Museums im Jahr 2022 auf 500 Quadratmetern die Vielfalt der Donau und des Donauraums. Kleine und große Besucherinnen und Besucher können den großen europäischen Strom, an dem auch die Siedlungsgebiete der Donauschwaben liegen, in 22 Geschichten erkunden.

Ausstellungen und Veranstaltungen


Neben der ständigen Ausstellung zeigt das Donauschwäbische Zentralmuseum jährlich mehrere Wechselausstellungen. Dies sind historische oder kulturhistorische Ausstellungen, teilweise mit Kooperationspartnern aus dem südöstlichen Europa, teilweise auch Kunstausstellungen. Sie geben Einblick in Kunst, Politik, Landeskunde, Geschichte und Volkskunde der Donauschwaben und ihrer Nachbarn. Schwerpunktthemen sind das Zusammenleben in multiethnischen Gebieten, Aspekte von kultureller Vielfalt und Integration, Heimatverlust und Erinnerungskultur.

Darüber hinaus ist das Museum auch Veranstaltungsort für Lesungen, Vorträge und Seminare und Begegnungsort, zum Beispiel das Café Budapest zum Internationalen Museumstag.

Sammlung und Depot


Das Herz des Museums ist seine Sammlung, die Alltagsgegenstände, Fotografien, Dokumente und Kunstwerke aus mehr als drei Jahrhunderten umfasst. Hier wird das Kulturgut aus den donauschwäbischen Siedlungsgebieten bewahrt, erforscht und zugänglich gemacht.

Ein Blick ins Depot

Das Museum hat inzwischen eine Sammlung von über 50.000 Exponaten, von denen nur ein kleiner Teil in den Dauerausstellungen zu sehen ist. Die Sammlung, die kontinuierlich erweitert wird, dient als materieller „Geschichtsspeicher“ der donauschwäbischen Kultur und Geschichte.

Geschichte des Museums


Nach einer fünfjährigen Aufbauphase wurde das Museum am 8. Juli 2000 eröffnet. Leitgedanke bei der Ausstellungskonzeption war die Einbettung der Geschichte der Donauschwaben in den geografischen und historischen Zusammenhang des südöstlichen Europas. In einem historischen Rundgang werden in 13 Themenräumen wichtige Stationen donauschwäbischer Geschichte vorgestellt: von der Auswanderung nach Ungarn über das Zusammenleben in Dörfern und Städten bis hin zu politischen Veränderungen im 20. Jahrhundert.

Mit einer umfassenden Renovierung wurde die Ausstellung in den Jahren 2018 bis 2022 aktualisiert und modernisiert. Neu hinzugekommen ist seitdem die permanente Ausstellung „Donau. Flussgeschichten“

Seit der Eröffnung hat sich das DZM aktiv in die deutsche und die südosteuropäische Museumslandschaft eingebracht und zahlreiche Projekte mit Partnerinstitutionen durchgeführt. Das Museum hat formelle Partnerschaften mit Museen in Sathmar/Satu Mare, Arad, Temeswar/Timișoara und Reschitza/Reșiţa (alle Rumänien), Novi Sad (fehlt hier nicht Sombor?) (Serbien) und Pécs (Ungarn). In Ergänzung zu zahlreichen lokalen Heimatstuben der Donauschwaben, die meist von Heimatortsgemeinschaften betrieben werden, befasst sich das DZM mit allen donauschwäbischen Siedlungsgebieten zwischen Budapest und Belgrad.

Die Stiftung


Das DZM wird betrieben von der gleichnamigen Stiftung, die wiederum wird getragen von der Stadt Ulm, dem Land Baden-Württemberg, der Bundesrepublik Deutschland und den vier donauschwäbischen Landsmannschaften. Es ist bundesweit das einzige Museum, das die Geschichte der Donauschwaben umfassend und auf wissenschaftlicher Grundlage darstellt. Grundlage für die Finanzierung durch die öffentliche Hand ist das Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz – BVFG). Dort ist geregelt, dass der Bund und die Länder das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes erhalten sollen.

DZM-Jahresberichte


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