Jüdische Gemeinden in Ungarn als Träger deutscher Sprache und Kultur

Vortrag mit Johann Habel

05.11.15, Donnerstag, 19:00 Uhr

Die Juden können zwar ungarisch, aber unter sich gebrauchen sie nur das schlechte Deutsch” – schrieb 1845 der Fünfkirchner Pfarrer Michael Haas. Unter „schlechtem Deutsch” verstand er wohl das Jiddische. In der israelitischen Gemeinde in Fünfkirchen, die 1841 gegründet wurde, war man bemüht, das „gute Deutsch” zu etablieren. In den nächsten Jahrzehnten boten die rasche Verbürgerlichung, die industrielle Entwicklung in Ungarn und die Emanzipation der Juden die Möglichkeit, neue oder auch mehrere kulturelle Identitäten anzunehmen. In seinem Vortrag zeigt Johann Habel auf, wie sich der Gebrauch der deutschen Sprache ab Mitte des 19. Jahrhunderts in der jüdischen Gemeinde von Fünfkirchen entwickelte. Johann Habel ist Heimatforscher aus Fünfkirchen/Pécs, Ungarn. Eine Kooperation mit dem Ungarischen Kulturinstitut in Stuttgart Eintritt: 5 Euro