Sammlung

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Das Museum besitzt, im Unterschied zu den meisten anderen Museen, keinen jahrzehntelang gewachsenen Objektbestand. So sollte vor der Stiftungsgründung 1994 ein „Sammeln auf Probe“ von 1988 bis 1989 erweisen, ob sich für ein neues Museum ein historisch und kulturell aussagekräftiger Sammlungsbestand schaffen ließe. 

Der erste Gegenstand, der 1988 im Inventarverzeichnis festgehalten wurde, war ein Miniaturporträt der Kaiserin Maria Theresia auf Elfenbein. Mit 190 weiteren eigens erworbenen Gegenständen bildete diese Miniatur den Beitrag des Landes Baden-Württemberg zur späteren Museumssammlung. Zusätzliche 173 Objekte wurden von der Bundesrepublik Deutschland eingebracht. Der so entstandene Grundbestand war vielseitig: Er umfasste Mobiliar und Einrichtungsstücke, Grafiken und Gemälde, Kleidung und andere Textilien, Bücher, Geschirr, Haushaltsgerätschaften, Trachtenpuppen, Gegenstände aus der Landwirtschaft, Handwerkszeug und einen Fluchtkoffer. Zu diesem Fundament kamen anlässlich der Stiftungsgründung 1994 die Beiträge der vier donauschwäbischen Landsmannschaften hinzu, die sich vertraglich verpflichtet hatten, den Museumsaufbau auf diese Weise zu unterstützen.

Seither wächst die Sammlung in erster Linie dank zahlreicher privater Stiftungen. Sie sind Ausdruck des Wunsches vieler Angehöriger der Kriegsgeneration, ihren seit Jahrzehnten aufbewahrten Erinnerungsstücken aus der alten Heimat eine dauerhafte Bleibe zu verschaffen, auch über den eigenen Tod hinaus.

Es handelt sich dabei vor allem um Zeugnisse der ländlichen Alltagskultur aus der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg. Dinge aus stadtbürgerlichen oder industriellen Milieus gibt es nur wenige. Auch der Bestand an bildender Kunst ist übersichtlich, mit Ausnahme des 2007 übernommenen künstlerischen Nachlasses des ungarndeutschen Künstlers Josef de Ponte. Einen inhaltlich wichtigen Sammlungsbereich stellen – überwiegend private – Fotografien dar, die das erhaltene Sachgut sinnvoll ergänzen. Neben Sammlungsstücken donauschwäbischer Herkunft nimmt das Museum auch Vergleichsobjekte anderer Ethnien bzw. Dinge aus übergeordneten historischen Zusammenhängen in seine Sammlung auf. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Ulmer Donauschifffahrt, 2010 konnte das Museum die letzte örtliche Schiffsbauerwerkstatt von Eugen Hailbronner übernehmen. 

Die eigentliche Besonderheit des Bestandes rührt daher, dass zwischen dem Museumsstandort Ulm und dem geografischen Sammelgebiet des Museums hunderte Kilometer liegen. Die Sammlung wuchs und wächst hauptsächlich aus privaten Schenkungen in Deutschland lebender Donauschwaben. Es sind überwiegend einfache Alltagsgegenstände, an die sich jedoch unerwartet vielfältige lebensgeschichtliche Erinnerungen ihrer Besitzer knüpfen. Deren Zeitzeugenberichte werden protokolliert und im Museum als „Gedächtnis hinter den Dingen“ archiviert.

Dabei erweisen sich manche gängigen Kriterien des Sammelns als hinfällig, so die Unterscheidung zwischen Original und Fälschung. Innerhalb der Erinnerungskultur von Flüchtlingen und Vertriebenen entfalten Rekonstruktionen (bzw. Konstruktionen) verlorengegangenen Kulturguts wie Trachten und Kirchenmodelle erhebliche identitätsstiftende Wirkung. Sie wurden daher ebenso in die Sammlung aufgenommen wie die „echten“ Stücke aus donauschwäbischen Siedlungsgebieten.

Vom Popcornbereiter über die Zwangsarbeiterinnenjacke bis zum immerwährenden Weihnachtsbaum: Dinge und Geschichten aus unserer Sammlung finden Sie in der Datenbank Museum digital.